Eins Zwei ... Frei !

Eine Familie auf Herzensreise
Familienleben

Unsere letzte Nacht in Deutschland

13. Oktober 2017
UBahn Berlin

Wow, die Zeit ging ja rum wie im Flug und wir verbringen heute, am 7. Oktober, unsere letzte Nacht auf deutschem Boden. Anscheinend werden wir wohl von Xavier sehr stürmisch verabschiedet. Das macht uns den Weg in Richtung Süden nur noch einfacher und die Vorfreude ist nun riesengroß. Zur Zeit stehen wir am Pilsensee in der Nähe von München und die Alpen sind schon zu sehen. Außer es regnet, obwohl wir echt Glück hatten mit dem Wetter. Wir besuchen hier Eriks Schwester und ihren Mann. Die Beiden haben vor kurzem Nachwuchs bekommen und wir wollten unseren kleinen Neffen doch noch sehen, bevor wir aufbrechen. Wir waren im Biergarten und auf dem Viktualienmarkt. Dort haben wir uns Honigwein gekauft, auf Empfehlung einer Freundin, doch leider war ich wohl auf irgendeine Zutat allergisch und sah auf einmal aus wie ein Streuselkuchen. Gott sei Dank ging es recht schnell wieder weg, denn auf Krankenhaus habe ich keine Lust. Da war ich diese Woche eh schon, da ich endlich die Drähte aus meinem Zeh bekommen habe. Die gab es auch als „Andenken“ mit nach Hause. Die Kinder fanden sie sehr interessant. Die Woche hier in München ging schnell vorbei und morgen brechen wir auf in Richtung Gardasee Venedig. Danach geht es nach Mailand. Mein großer Sohn Julian kommt uns in den Herbstferien besuchen und Mailand ist ein guter Punkt dafür. Er kommt mit dem Flugzeug zu uns und wir freuen uns schon sehr auf ihn!

Cuxhaven Part 2

Glühwein im Sonner
Getränkeauswahl am Strand. Sie sagt alles.

Die zweite Woche Cuxhaven ist recht schnell erzählt: Sonne, Sonne, Regen, Regen, Regen, Sonne.
Nein Quatsch, es ist schon noch mehr passiert außer wechselhaftes Wetter. Es gab ein Wiedersehen mit einer alten Freundin und ihrer Familie. Jessica und ich kennen uns nun schon 28 Jahre und wir haben uns in Cuxhaven kennengelernt. Ich habe damals alleine Ferien bei meiner Tante gemacht und am Strand haben Jessica und ich zusammen gespielt. Im Studium haben wir dann ab und zu eine Bleibe bei ihr gefunden, da unsere Uni in ihrem Wohnort liegt und zu Prüfungen mussten wir ja doch mal an der Universität in Persona erscheinen. Sie hat inzwischen auch drei Kinder und ich fand es sehr schön, dass wir nach all den Jahren immer noch auf einer Wellenlänge liegen. auf unserem Campingplatz haben wir auch neue Bekanntschaften geschlossen und wir freuen uns darauf, dass wir uns vielleicht nächstes Jahr in Cuxhaven wiedersehen. Wir haben uns auf jeden Fall sehr gefreut, euch alle kennengelernt zu haben!

Jede Menge Städte

Seit Cuxhaven sind nun schon einige Wochen vergangen und wir haben echt viele Städte hinter uns. Mal sehen, ob ich alle noch zusammen bekomme! Cuxhaven – Dankern – Dorsten – Rheinbach – Bad Neuenahr – Mendig – Leun – Edertal – Osterode am Harz – Northeim – Göttingen – Braunschweig – Berlin – Klein Leppin – Stendal – Osterode am Harz – Bad Beverungen – Erwitte – Köln – Rheinbach – Blankenheim – Rheinbach – Remagen – Würzburg – Günzburg – München.

Uff! Die paar Male Rheinbach waren ungeplant, denn es tauchten Mängel an unserem Wohnmobil auf, die behoben werden mussten. Unsere Reiseroute sah eigentlich ganz anders aus, aber so haben wir wirklich schöne Orte gesehen. Nur leider zu oft die Stadt Rheinbach. Ich meine, ich bin ein Örtchen weiter aufgewachsen, aber trotzdem muss man da nicht so oft hin. Und ich hoffe, wir werden das Rheinland für eine lange Zeit nicht wiedersehen.

Erinnerungen an früher

Der erste erwähnenswerte Stopp nach Cuxhaven war das Ferienzentrum Schloss Dankern. Erik war hier schon früher gewesen, einmal mit der Schule und einmal mit seinen Eltern. Zusammen waren wir auch schon da. Als Julian drei Jahre alt war, verbrachten wir im Ferienzentrum mit Freunden eine Woche. Da es nun auch einen Wohnmobilstellplatz gibt, verbrachten wir dort spontan zwei Tage. Es war jedoch viel zu kurz und die Kinder weinten bitterliche Tränen bei der Abfahrt, also haben wir beschlossen, nächstes Jahr für eine Woche hinzufahren. Im Ferienhaus und ich hoffe, mit vielen Freunden zusammen!

Tammo und der Vulkan

Kaputter Bagger
Exponat im Museumsley in Mendig

Der zweite. sehr schöne Stopp waren drei Tage in der Vulkaneifel bei Mendig. Tammo interessiert sich sehr für Vulkane und so zeigten wir ihm halt einen echten Vulkan. Gott sei Dank inaktiv, aber trotzdem spannend. Wir besuchten das Kloster Maria Laach, wo gerade ein Klostermarkt stattfand. In Mendig selbst statteten wir dem Freilichtmuseum, dem Lavadome und der Vulkan Brauerei einen Besuch ab. Das Museum war eine Enttäuschung. Es war sehr runter gekommen und zugewachsen, teilweise auch einfach nur kaputt. Theoretisch kann man sich dort Steinbearbeitung und ein paar Gerätschaften zum Thema Bergbau ansehen, da es in der Region dank des Vulkanismus viel Basalt gibt. Praktisch bin ich sehr froh, dass es keinen Eintritt gekostet hat.
Der Lavadome in Mendig ist ein kleines, aber feines Museum, welches den Vulkanismus anschaulich erklärt. Besonders beeindruckt hat die Multimediashow direkt am Anfang. Man erlebt quasi „live“ einen Vulkanausbruch. Es gibt auch noch eine 30m tiefe Höhle, in der früher Basalt abgebaut wurde. Die haben wir aber nicht besichtigt. Erstens war es dort zu kalt und wir hatten keine Jacken mit und zweitens hätte ich mit den Kindern nicht einfach wieder raus gekonnt. Aber vielleicht machen wir das dann irgendwann anders einmal. Die Brauerei war dann eher was für uns Erwachsene 🙂 Zusammengefasst ist die Ecke eine sehr schöne Gegend, in der man wirklich viel machen kann. Ich denke, wir werden bestimmt wiederkommen.

Lenya und die Ponys

Lenya findet Ponys und Reiten im Moment sehr faszinierend. Also suchten wir uns auf unserer Wegstrecke einen Reiterhof mit Stellplatz. Im Edertal wurden wir fündig. Im Nachhinein bereue ich es sehr, dass wir dort Halt gemacht haben. Die Pferde stecken in kleinen Boxen und die Zuchthengste durften nicht einmal nach draußen. Sie fristen ihr Dasein in ihrer 5x3m-Box, in der sie sich gerade mal umdrehen können, treten gegen die Türen und bekommen Schläge auf die Nase von den Reitschülern, wenn sie dies tun. Das Pony, welches wir zum Reiten bekamen, ließ sich kaum führen. Auf Nachfrage, wie es denn besser ging, kam als Antwort nur „Ja sie müssen dem Pferd auf die Nüstern schlagen, sonst pariert es nicht“. Ein ABSOLUTES NO-GO für mich! Ich kam mit diesem Umgang nicht klar und wir wollten nicht, dass unsere Kinder so etwas als „normal“ erleben. Also reisten wir früher als geplant wieder ab. Auch die Organisation und der Stellplatz waren gelinde gesagt unter aller Sau. Das machen wir nicht noch einmal.

Auf Heimaturlaub

Wir machten einen kurzen Stopp in der Heimat, da Eriks Tante 65 Jahre alt wurde und wir an der Feier teilnehmen wollten. Es war eine tolle Feier mit gutem Essen und vielen netten Gesprächen. Danach verbrachten wir eine Nacht in Göttingen. Erik stattete seiner Arbeit einen Besuch ab und letzte Details zum „Home“Office wurden geklärt. Dann ging es weiter in Richtung …

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin

Dinosaurier im Naturkundemuseum
Schädel des T-Rex Tristan in der Sonderausstellung des Naturkundemuseums

Ein Besuch unseres alten Wohnortes war schon lange geplant. Freunde treffen, Großstadtluft schnuppern und unter Fluglärm leiden. Unser Campingplatz war genau in der Einflugschneise von Tegel und es war sooo laut. Ich bin eh ein Mensch, der laute Geräusche auf Dauer nicht ab kann und so war die Woche in Berlin für mich sehr anstrengend und ich war froh, als wir wieder weg gefahren sind. In den Tagen in Berlin trafen wir uns mit Freunden und alten Kollegen, besuchten unsere ehemalige Arbeit und unternahmen einiges mit den Kindern.
Tammo wollte schon lange einmal in das Naturkundemuseum in Berlin. Also war klar, dass wir da nun hin mussten. Wir verbrachten einen schönen halben Tag dort und die Meteoriten waren sehr faszinierend. Ich dachte ja, dass die Dinosaurier die Kinder beeindrucken würden, aber da lag ich irgendwie falsch. Sie wurden zur Kenntnis genommen. Ich fand sie, wie immer, sehr beeindruckend. Vor allen Dingen Tristan, den T-Rex.
Wie der Zufall es wollte, war zeitgleich mit unseren Besuch der Mittelaltermarkt der Domäne Dahlem. Den haben wir schon immer besucht, als wir noch in Berlin wohnten. Es gab einige Mitmach-Aktionen und die Kinder probierten viel aus. Das Wetter spielte auch mit und so war es ein gelungener Tag. Wir lieben Mittelaltermärkte und immer, wenn wir einen auf unserer Route finden, wird er besucht. Irgendwann kaufe ich mir auch eine passende Gewandung. Nächstes Jahr möchte ich gerne auf das Mittelalter Phantasie Spektakel. Mal sehen, ob und wann wir das einbauen können. Danke an meine Freundin Andrea, die mich darauf aufmerksam gemacht hat!

Schulfrei Festival in Klein Leppin

Von Berlin aus ging es zum Schulfrei Festival nach Klein Leppin, irgendwo im Nirgendwo. Das Wetter war beschissen, es regnete und es war kalt. Unseren zelteten Nachbarn haben wir unsere Markise ausgefahren, damit sie ein trockenes Plätzchen zum Kochen hatten. Vielleicht habe ich etwas anderes erwartet oder es lag am Wetter, aber ich fand das Festival chaotisch und nicht so pralle. Ich hätte mir mehr Organisation gewünscht. Unsere Intention war Vernetzung und Kontakte knüpfen zu anderen reisenden Freilerner-Familien. Es gab zwar feste Veranstaltungen und Vorträge, aber Gleichgesinnte fand man nur schwer. Und jeden fragen, ob sie eine Reisefamilie sind ist auch anstrengend. Am letzten Tag gab es dann ein kleines Treffen und man konnte sich ein wenig austauschen, aber die versprochene WhatsApp-Gruppe gibt es bis heute nicht.
Die Pizza war sehr lecker, aber die Bestellung sehr eigenwillig. Im Prinzip gab es keine Bestellung, sondern es wurden einfach welche gebacken und wer als erstes „Hier!“ schrie, hat sie bekommen. bei vier Personen war die erste Pizza dann kalt, als der letzte seine bekam. Sehr merkwürdig… Nächstes Jahr werden wir nicht mehr teilnehmen. Ich denke, Facebook und Co. reichen vollkommen aus, um erste Kontakte zu knüpfen. Den Satz: „Hey, dich kenn ich doch von Facebook!“ habe ich viel zu oft gehört und ich rätsel immer noch, ob das gut oder schlecht ist.

Ab zum Wohnmobilhändler .. mal wieder ..

Sonnenschein im Wald
Morgensonne auf der Burg Blankenheim

Nach dem Festival mussten wir mal wieder nach Rheinbach. Bei unserem Wohnmobil wurden an einem Schrank die Bodenschrauben vergessen und nun löste sich dieser Schrank. Der Händler sagte uns, die Reparatur würde eine Woche dauern, also buchten wir uns eine Ferienwohnung in einer Jugendherberge in der Nähe und mieteten uns ein Auto. Auf den Kosten dafür will der Händler uns sitzen lassen, aber da hat unser Anwalt dann auch noch ein Wörtchen mitzureden. Sachmängelhaftung und so. Da saßen wir nun in Blankenheim auf der Burg und warteten darauf, dass unser Wohnmobil endlich wieder einsatzbereit war. Wir besuchten das Freilichtmuseum in Kommern. Da war ich das letzte Mal in der Grundschule. Die Kinder konnten sich anschauen, wie eine Mühle funktioniert und durften Kuchen aus dem Holzofen probieren. Nach der versprochenen Woche war unser Gefährt fertig repariert. Im Endeffekt wurde der Schrank nur mit einem Aluprofil an der Außenwand fixiert. Was daran eine Woche dauert, frag ich mich bis heute…

Ab ins Legoland!

Nach dem ganzen Ärger mit dem Händler brauchte ich eine Auszeit. Es raubte mir Kraft und Nerven, die ich nicht hatte. Der Chef von Erik hatte uns schon vor längerem den Stellplatz vom Legoland Günzburg empfohlen. Und so beschlossen wir für 5 Nächte ins Legoland zu fahren, zwei mal Parkeintritt inklusive. Das Wetter war gut, die Kinder entspannt und es war einfach schön dort. Der Stellplatz ist ein Traum. Die ganze Anlage ist sehr sauber, es gibt kostenlose Waschmaschinen und Trockner, Strom, Wasser, Duschen und Entsorgung, alles inklusive und in Legodesign. Das einzige Manko war, dass es kein Supermarkt in Laufreichweite gab, aber es fährt wohl ein Bus vom Feriendorf in die Stadt. Aufgrund schwindender Vorräte besuchten wir zweimal das Abendbuffet und einmal das Frühstücksbuffet. Es war in Ordnung und auch Vegetarier finden genug zu Essen.
Wir werden hier definitiv noch einmal dort Halt machen. Im Legoland selbst fand Tammo das Miniland am Besten und Lenya wollte grundsätzlich auf die schnellsten und höchsten Achterbahnen. Aber leider war sie dafür noch etwas zu klein. Das waren aber die Ausnahmen. Mit ihren guten 90cm Körpergröße durfte sie in Begleitung fast überall mitfahren. Und ich habe sie gerne begleitet. Nächstes Mal muss Julian mitkommen, damit ich eine Ausrede für die Achterbahnen habe. Alleine wollte ich mich nicht zwischen den ganzen Kindern anstellen.

 

Baby gucken in München

Im Anschluss an das Legoland fuhren wir an den Pilsensee bei Starnberg. Der Campingplatz war ok, aber mehr auch nicht. Die Sanitäranlagen waren ein wenig in die Jahre gekommen und sie hätten sauberer sein können. Aber nun gut, vielleicht waren wir nun auch verwöhnt. In München machten wir nichts Besonderes. Hauptanlass unseres Besuches war das Kennenlernen unseres Neffen, der im August geboren wurde. Und ich muss sagen, er ist wirklich sehr süß und ich bin schwer verliebt in meinen Neffen.
Wir fuhren zweimal nach München rein. Einmal zum Viktualienmarkt und einmal in den Hirschgarten. Ansonsten verbrachten wir die Zeit in Germering oder auf dem Campingplatz. Und am Freitag kamen die Drähte aus meinem Zeh. Nach 9 Wochen war ich endlich den doofen Vorfußentlastungsschuh los. Juhuu! Die OP war sehr schnell erledigt und Schmerzen gab es kaum. Einen Tag vor Abfahrt in Osterode kamen die Drähte in den Zeh, einen Tag vor Verlassen des Landes wieder raus. Gutes Timing!

Quo vadis?

Sonnenuntergang am Meer
Sonnenuntergang am Strand von Cavallino

Nun brechen wir auf in Richtung Italien. Geplant war erst Gardasee, dann Mailand. Doch wir haben uns spontan umentschieden und sind nun in Cavallino in der Nähe von Venedig. Unser Campingplatz ist direkt am Meer und der Strand ist toll. Das Wetter spielt bis jetzt auch mit. Wir sind gespannt, was die Zeit hier so bringt. Nächste Woche werden wir mit einem Vaporetto nach Venedig fahren. Ich bin auf die Tauben auf dem Markusplatz, die Wochenmärkte und auf die kleinen Gassen, abseits der Touristen gespannt. Tammo möchte den Canale Grande mit einem Wasserbus entlang schippern. Wir freuen uns auf die den Kurztrip in die Stadt der Liebe. Da passt es ja, dass Erik und ich in diesen Tagen unser 11-Jähriges Jubiläum haben.

Habt ihr noch Tipps für uns, was wir uns in Venedig unbedingt noch ansehen sollten? Oder was wir auf keinen Fall tun sollten? Ich freue mich auf eure Erfahrungen!

  1. Hier ein tip : als wir 1990 bei sengender sonne auch mal auf dem markusplatz waren wollten wir uns mit unseren 3 kindern etwas zu trinken bestellen. Der kellner schaute uns 5 an und sagte „das ist aber sehr teuer hier, wollen sie das wirklich“. Au weia jedes getränk sollte tatsächlich umgerechnet 15 DM kosten. Wir gingen dann ein paar strassen weiter zu einem kiosk. Berichtet mal wie es heute dort so ist und ob es den freundlichen kellner noch gibt😀

    1. Hallo,
      ja von den Wucherpreisen haben uns auch unsere Stellplatznachbarn gewarnt. Sie haben für 3 Tassen Kaffee und 3 Croissants vor 5 Jahren 60€ bezahlt. Inzwischen sollen es knapp 80€ sein. In Harrys Bar kostet ein Bellini 21€. Nein danke! Wir waren in einem kleinen Lokal essen, da war es sehr lecker und vom Preis her ok! 🙂 Mehr Eindrücke kommen bald in einem neuen Blogeintrag.

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