Oder ein Jahrmarkt auf portugiesisch. Eine Erfahrung für sich

Am ersten Novemberwochende wurde der Stehbert wieder zum Fahrbert und wir machten uns auf nach Silves. Dort fand an diesem Wochenende der Allerheiligenmarkt statt. Der Feira de Todos os Santos findet seit dem Jahr 1492 statt und ist somit sehr traditionsreich. Er ist ein buntes Gemisch aus Kirmes, Floh-, Kleider- und Wochenmarkt. Doch bevor wir die gute halbe Stunde Fahrt in Angriff nahmen, musste erst unser Kühlschrank wieder gefüllt werden. Also war unser erstes Ziel der Mercado de Levante in Lagos. Naja fast das erste Ziel. Irgendwas ist immer!

Lagos … Wo parken?

Wir parken immer in der Nähe vom Bahnhof auf einem großen Parkplatz und gehen dann zu Fuß über die Klappbrücke am Yachthafen. Ab 20 Uhr darf man mit dem Wohnmobil dort nicht mehr stehen. Eine weitere Parkmöglichkeit bietet der Pingo Doce am Rio de Bensafrim ganz in der Nähe. Hier gibt es extra Wohnmobilparkplätze und da wir dort dann meistens noch einkaufen gehen, habe ich kein Problem damit, ein bisschen länger zu stehen. Es ist immer genügend Platz. Das mag in der Hauptsaison jedoch anders aussehen. Im Moment sind dort auch ein paar besetzte Störchennester und die Kinder finden es spannend, den Störchen beim Klappern zuzuschauen.

Wie immer .. Erstmal essen!

Wir waren, mal wieder, spät dran und der Hunger rief immer lauter. Also haben wir zuerst die Bäuche gefüllt, um dann in Ruhe einkaufen zu gehen. Wir steuerten das Cafe Goldig in der wunderschönen Altstadt von Lagos an. Hier gibt es wirklich leckere, vegane Speisen und Kuchen. Wir sind hier inzwischen regelmäßig zu Gast. Ich liebe den Bagel mit veganem Frischkäse, Karottenlachs, Rucola und Kapern. Der ist wirklich zum Reinlegen. Aber auch der Schokoladenkuchen ist einfach traumhaft.

Die Altstadt von Lagos ist geprägt von kleinen, verwinkelten Gassen, den berühmten Azulejos, die man überall entdecken kann und einer gemütlichen, unaufgeregten Atmosphäre. Irgendwo spielt immer ein Straßenmusiker, es gibt unzählige Cafes und Restaurants. Ich werde bestimmt noch mal einen längeren Eintrag nur über Lagos verfassen, denn hier passt nicht alles hin.

Der Mercado de Levante in Lagos

Der Wochenmarkt findet jeden Samstag Vormittag in den Hallen am Busbahnhof statt. Dort versorgen wir uns mit frischem Obst und Gemüse aus der Region, Oliven, Brot, Honig und was uns noch so Schönes begegnet. Ich habe auch schon lebende Hühner zum Verkauf gesehen, aber damit können wir irgendwie nichts anfangen 🙂 Macht sich nicht so gut im Wohnmobil. Die Preise sind fair, die Qualität der Waren ist hervorragend und man lässt sein Geld bei den örtlichen Bauern und nicht bei irgendeiner Supermarktkette.

Silves .. Wo parken?

Am Nachmittag fuhren wir weiter nach Silves. Die kleine Stadt war früher die Hauptstadt der Algarve und unter der maurischen Herrschaft blühte sie zu einem Handelszentrum auf. Aus dieser Epoche stammt auch das Castelo de Silves. Seine Ursprünge gehen wohl auf die Römer und Gothen zurück. Mehr zu der Geschichte der Römer in Silves findet ihr im Stadtmuseum und auf den vielen kleinen Infotafeln, die überall in der Stadt verteilt sind.

Wir parkten auf einem großen Parkplatz am Rio Arade. Es stand zwar dran, dass Wohmobile dort verboten sind, aber wir haben uns trotzdem hingestellt. Der Parkplatz war leer und wir wollten ja nicht über Nacht bleiben. Es gibt noch einen eigenen Wohnmobilstellplatz in Silves. Dies lohnte sich für einen Nachmittag jedoch nicht. Ob es noch einen Parkplatz gibt, wo Wohnmobile erlaubt sind, kann ich nicht sagen, da wir nicht gesucht haben.

Wir machten uns auf den Weg in die Altstadt in Richtung Castelo de Silves. Letztes Jahr waren wir schon einmal hier und haben die Burg und das Stadtmuseum besucht. Es ist auf jeden Fall einen Ausflug wert, denn die Burganlage ich wirklich beeindruckend. Alleine der Weg hoch zur Burg durch die kleinen Gassen ist ein schöner Spaziergang. Hier überwintern auch viele Störche und man entdeckt überall ihre Nester. Ich habe noch nie so viele Störche auf einem Haufen gesehen.

Jahrmarkt, wo bist du?

Ich bin es irgendwie gewöhnt, dass wenn irgendwo eine größere Veranstaltung ist, es bestimmt Werbeplakate gibt. Ich hab im Internet von dem Jahrmarkt zu Allerheiligen in Silves gelesen, aber wirklich nirgends ein Plakat dazu gesehen. Auch nicht IN Silves. So langsam kamen mir echte Zweifel, ob es den Markt überhaupt gibt. Wir machten uns trotzdem auf den Weg. Aber immer noch keine Hinweise. Wir wussten nicht mal genau, wo das Fest überhaupt sein soll. Ich erinnerte mich, gelesen zu haben, dass es auf dem Parkplatz des Castilo sein soll. Ok, also auf zur Burg. Oben angekommen fragten wir uns, wo zum Teufel denn nun der Parkplatz ist. Gott sei Dank gibt es Google Maps. Er war genau auf der anderen Seite des Berges. Also liefen wir den Berg wieder hinunter und siehe da, wir haben den Jahrmarkt gefunden.

Herzlich Willkommen im Kuriositätenkabinett

Vielleicht ist es von mir ein wenig unfair, aber ich fand den Jahrmarkt sehr kurios. Es gab Stände mit Essen, Stände mit Kleidung, Stände mit billigster Plastikware, ein paar Karussells, überall kleine Grills mit Oktopus und geröstete Maronen. Irgendwo dudelte „Cheri Cheri Lady“ und neben dem Pommesstand konnte man Traktoren kaufen. Und anscheinend ist es egal, in welchem Land man einen Jahrmarkt besucht, es gibt immer die Menschen, die am Autoscooter rauchend auf den Stangen sitzen und im Takt mit dem Fuß zu sehr gruseliger Musik mitwippen. Das war schon vor 30 Jahren so und wird sich anscheinend auch nicht ändern.
Die Kinder fuhren ein paar Runden mit den Fahrgeschäften und dann gingen wir wieder zum Herbert. Also wir waren dann mal auf dem Feira de Todos os Santos, aber mehr auch nicht. Sehr kurzweilig und auf seine Art und Weise interessant.

Insgesamt war es ein sehr schöner Tag mit gutem Essen und glücklichen Kindern. Wäre der Jahrmarkt nun weiter weg gewesen, hätte ich mich geärgert, aber so war es ok. Die Preise für die Fahrgeschäfte waren fair, aus Deutschland bin ich da deutlich Teureres gewohnt.