Hallo ihr Lieben!
Ihr habt lange nichts von mir gehört, sehr lange! Zwei Jahre ruhte der Blog nun, ich hatte schlicht und ergreifend keine Lust oder Ruhe, um unterwegs zu schreiben. Doch so langsam kommt die Lust wieder und mal sehen, wo diese sie hinführt. Aber ich bin wieder da und da ich keine Ahnung habe, wo ich anfangen soll, fange ich im Jetzt und Hier an.

Aktuell sind wir in Lagos, Portugal. Vor einem Jahr waren wir schon einmal für 10 Wochen hier und es gefiel uns so gut, dass wir wiedergekommen sind.
Die Algarve ist einfach wunderschön, das Licht, die Felsen, die Buchten und die Menschen! Ein Traum!

Wir haben uns in der Nähe von Lagos einen kleinen Bungalow gemietet. Ein wenig mehr Platz und eine heiße Dusche, die nur uns gehört ist ein Luxus, den wir uns nun gönnen. Regentage sind nun auch einfacher zu gestalten als im Wohnmobil. Und Regentage gibt es auch hier im Süden Europas 🙂

Ein Markttag in Loulé

Am letzten Wochenende haben wir den Herbert fahrfertig gemacht (wer nicht weiß, wer Herbert ist, es ist unser Wohnmobil, das ab und zu auch Bergbert, Rennbert, Stehbert oder Dreckbert heißt) und sind aufgebrochen nach Loulé.
Loulé ist eine kleine Stadt an der Algarve. Die große, überdachte Markthalle im arabischen Stil ist ein besonderer Anziehungspunkt und sie ist wirklich wunderschön.

Wo parken wir das Wohnmobil?


Der erste Punkt eines jeden Ausflugs ist immer gleich. Wo können wir mit unserem Wohnmobil parken? In Loulé gibt es einen großen Parkplatz in Laufreichweite zur Altstadt, der auch von großen Wohnmobilen angefahren werden kann. Er liegt direkt neben der Polizei und ist gut ausgeschildert.

Nachdem wir unser Wohnmobil also abgestellt hatten, kam natürlich erst einmal der große Hunger. Ist ja nichts Neues, wenn man mit Kindern unterwegs ist. Also steuerten wir das Vegan Joe’s, ein rein veganes Restaurant, am Rand der Altstadt an. Wir leben nicht vegan, aber unsere Ernährung ist meist vegan. Gerade hier, wo es wirklich sehr einfach ist. Überall findet man etwas Veganes zu essen. Das liegt auch mit daran, dass es in Portugal per Gesetz, zumindest in öffentlichen Einrichtungen, mindestens ein veganes Gericht auf der Speisekarte geben muss. Dies zeigt die Integration und das Selbstverständnis von Vegan in Portugal.

Einmal Bauch vollschlagen bitte!

Im Vegan Joe’s haben wir wirklich gut gegessen und es ist eine eindeutige Empfehlung von mir an euch. Auch unsere kinder waren begeistert und haben das Essen genossen. Es gibt ein paar Kinderbücher (in portugiesisch) zum Anschauen zum Thema Veganismus.
Wir haben zwei Vorspeisen, zwei Hauptgerichte, drei Nachspeisen, zwei alkoholfreie Bier, eine große Flasche Wasser und einen frisch gepressten Rote Bete Saft für unter 40€ bekommen. Und es war sehr, sehr lecker! Wir kommen gerne wieder!

Frisch gestärkt ging es dann zur Markthalle. Leider haben wir ein wenig zu lange gegessen, denn viele Stände waren schon dabei zusammen zu packen. Die meisten Märkte schließen gegen 14 Uhr. Wir sind trotz allem mit prall gefüllten Rucksäcken nach Hause gekommen. Frischen Obst und Gemüse in Hülle und Fülle, frischer Fisch und Fleisch, Marmeladen, Honig, Gewürze, Wein und allerlei Krimskrams gibt es dort zu kaufen.

Wir versuchen, soviel wie möglich auf den regionalen Märkten zu kaufen und so wenig wie möglich in den Supermärkten. Ich möchte unser Geld lieber bei den kleinen Bauern hier lassen, als es einer großen Kette in den Rachen zu werfen, außerdem ist die Qualität der Ware einfach viel besser als im Supermarkt. Ich liebe zum Beispiel die Avocados und Mangos, die hier an der Algarve wachsen. Bio, regional und günstige Preise 🙂
In Österreich haben wir aufgehört, Avocados zu kaufen, obwohl wir sie wirklich gerne essen. Der Transportweg und der wasserfressende Anbau ist nicht zu unterstützen. Nachhaltigkeit befördert einen sehr oft aus seiner eigenen Komfortzone hinaus. Aber hier können wir wieder Avocados mit gutem Gewissen essen.

Loulé ist wirklich ein pittoreskes Städtchen mit einer wunderschönen Altstadt und auf jeden Fall einen Besuch wert.

Auf zum Tomatenstrand

Bauch und Kühlschrank waren voll, dann ging es weiter zum Strand. Wir hatten uns mit einer anderen reisenden Familie am sogenannten Tomatenstrand verabredet. Korrekt heißt er Praia da Rocha Baixinha und gehört zur Gemeinde Albufeira. Wir verbrachten einen schönen Nachmittag mit der Familie und führten nette Gespräche. Es ist ganz schön, immer mal wieder auf Gleichgesinnte zu treffen, auch wenn die Bandbreite der Charaktere sehr groß ist. Ab und zu habe ich das Gefühl, dass wir für den Mainstream zu alternativ sind und für die Alternative zu nah am Mainstream. Aber es finden sich immer Gemeinsamkeiten und neuer Input ist willkommen.

Die Nacht standen wir frei auf einem Parkplatz am Strand. Dies ist in Portugal verboten und wird unter Umständen mit einer Geldstrafe geahndet, aber in der Nebensaison haben wir es drauf ankommen lassen. Solange man sich benimmt, seinen Müll nicht verteilt, nicht in den Wald kackt und keine Möbel draußen aufbaut, soll es wohl recht problemlos sein. Wie immer gilt auch hier, meine Freiheit hört dort auf, wo sie anfängt, andere zu belästigen. Oder um es mit Immanuel Kant zu sagen:

„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“

Immanuel Kant: AA IV, 421

Ich fand den Tomatenstrand nicht so schön. Es ist ein großer Sandstrand und ich mag die Strände mit den Höhlen und Klippen viel lieber. Aber wir waren mal da 🙂

Auf zur Krazy World!

Am nächsten Morgen standen wir nun vor der Entscheidung was wir machen wollen. Den Tag am Strand verbringen oder etwas unternehmen?
Unsere Wahl fiel auf Action! Und so fuhren wir zur Krazy World in Algoz. Die Krazy World ist eine Mischung auf Freizeitpark und Zoo. In der Hochsaison ist es hier bestimmt brechend voll, wenn man von der Größe des Parkplatzes auf die Besucherzahlen schließen kann. Doch jetzt im Herbst waren wir fast alleine dort. Vormittags gab es viele Interaktionen mit Tieren. Vögel füttern in der Voliere, Echsenfütterung mit anschließendem kurzen Streicheln, Lemurenfütterung mit Erklärung, einmal eine Schlange anfassen können. Es war abwechslungsreich und kurzweilig. Und was mir wichtig ist zu sagen, es wurde sehr darauf geachtet, dass die Tiere keinen Stress haben und die Interaktionen waren sehr kurz und wurden gut überwacht und geleitet. Das kenne ich aus anderen Zoos leider anders, wo nicht auf das Wohl der Tiere bei solchen Aktionen geschaut wird. Hier hatten wir ein gutes Gefühl dabei. Keine Ahnung, wie es im Sommer ist, wenn die Besucherzahlen höher sind.

Neben den Tieren gibt es noch eine Hüpfburg, einen Spielplatz und gegen Gebühr Ponyreiten, Tretautos fahren und einen Kletterpark. Ein kleines Restaurant rundet das Ganze ab. Dort haben wir aber nicht gegessen. Aber ich meine, es gab zumindest etwas Vegetarisches auf der Karte.

Wir lassen das Wochenende ausklingen

Gegen Abend waren wir dann wieder auf dem Campingplatz angekommen und haben spontan beschlossen, noch eine Pizza essen zu gehen. Im Nachbardorf gibt es eine tolle Pizzeria, Pizza do Frances, mit eigenem Steinofen.
Also packten wir ein wenig Lego ein, damit die Kinder was zu tun haben und es ging los. Der Bereich, wo die Pizzen gemacht werden , ist offen und die Kinder können wunderbar zu gucken und ein wenig Quatsch mit dem Pizzabäcker machen.
Wir bestellten zwei große Pizzen. Und eine große Pizza ist dort wirklich GROß! 50cm im Durchmesser. Nicht vegan, aber trotzdem sehr lecker. Dazu eine Flasche Rotwein, und der Abend war perfekt. Im Nachhinein haben wir festgestellt, dass es unser Jubiläumstag war. 13 Jahre gehen wir nun schon zusammen durch dick und dünn. Aber anscheinend lässt unser Gedächtnis etwas nach, hihi. Solange wir den Hochzeitstag nicht vergessen …
Alles zusammen genommen war es ein tolles Wochenende. Wir haben viel erlebt und neue Menschen kennengelernt. Wie war denn euer Wochenende so? Was habt ihr Spannendes erlebt? Ich freue mich auf eure Erzählungen!