Was macht man mit Kindern in Mailand

Wohoo, nun kommt die geballte Ladung #throwback. Oder auf deutsch, wir erinnern uns nun an einen unserer ersten langen Stops im Jahr 2017. Die Herbstferien 2017 verbrachten wir in Mailand. Mein großer Sohn Julian, der bei seinem Vater lebt, wollte uns besuchen kommen und da war Milano eine gute Lösung. Kurze Flugzeit und viel zu sehen.

Ich suchte einen Wohnmobilstellpatz heraus. Das war gar nicht so einfach. Entweder war ich vor zwei Jahren darin noch zu unerfahren oder Mailand hat einfach keine guten Stellplätze. Ich weiß es nicht. Jedenfalls fand ich nach einigem Suchen einen Stellplatz in der Nähe einen großen S-Bahnhofs. Jedenfalls dachte ich, es handelt sich um einen Stellplatz. Im Endeffekt war es ein großer, bewachter Parkplatz ( die Kinder sagen immer noch Schrottplatz dazu), der komplett zugeparkt war mit allerlei Gefährten, vom rollenden Supermarkt bis hin zu einem Boot war wirklich alles vertreten. Und gaaaaanz hinten gab es einen kleinen geschotterten Platz für Wohnmobile. Das angekündigte WLAN funktionierte natürlich nicht am anderen Ende vom Platz und sämtliche Versorgung war auch am Eingang. Die Betreiber waren aber durchaus nett, auch wenn sie kein Wort Englisch sprachen und Google Translate einfach nur ein „No“ anzeigte, wenn der Betreiber wieder einmal 5 Minuten lang ununterbrochen in das Handy quatschte. Aber der Platz war eingezäunt, bewacht und gut an das öffentliche Nahverkehrssystem angebunden, der nächste Bahnhof war Milano – Bovisa. Das reichte uns vollkommen aus.

Doch was macht man nun mit Kindern in Mailand? Wenn ich ehrlich bin, hatten wir keine große Lust auf die klassischen Reiseführer-Highlights. Die Menschenmassen und die Preise haben uns sehr abgeschreckt. Also musste ein Alternativprogramm her, welches mit kleinen Kindern machbar ist und wo alle ihren Spaß haben. Hier also meine erprobtem Tipps für Mailand mit Kindern.

Museo nazionale della scienza e della tecnologia Leonardo da Vinci

Allein der Name dieses Museums ist atemberaubend (lang). Wir verbrachten in dem Wissenschafts- und Technikmuseum fast einen gesamten Tag und haben vielleicht 1/4 des Angebotes geschafft. Es ist riiieesig und wirklich toll. Es gibt viel zum Ausprobieren und staunen. Die Exponate sind kindgerecht präsentiert und hinter jeder Ecke findet man etwas Neues. Die Beschilderung ist in italienisch und englisch, aber ich glaube, es gab einen deutschen Audioguide.
Es gibt ein U-Boot, in welches man hineingehen kann. Das U-Boot kostet allerdings extra und war bei uns wegen Wartungsarbeiten geschlossen. Das fanden wir nun aber nicht dramatisch, da wir erst im Sommer in Bremerhaven auf dem Schau-U-Boot waren.
Es befindet sich im Außenbereich des Museums und steht auf Stelzen. Wir fanden es lustig, uns einfach darunter zu stellen. Keine Ahnung warum.
Neben dem U-Boot befindet sich eine Halle voll mit alten Loks. Dann gibt es noch eine mit Schiffen, teilweise wirklich großen Schiffen und eine mit Flugzeugen. Bei den Flugzeugen gibt es auch einen Simulatoren, falls jemand mal selbst versuchen möchte, einen Helicopter zu fliegen. Ich war nicht so erfolgreich und überlasse dies lieber den Profis 🙂
Im Haupthaus findet man dann noch verschiedene Stockwerke zu Themen wie Raumfahrt, Musik, Ernährung, etc.
Wir waren wirklich schon in vielen Technikmuseen, aber dieses ist als besonders schön in unserem Gedächtnis hängen geblieben. Und falls wir noch einmal nach Mailand kommen, werden wir die anderen 3/4 in Angriff nehmen.

Die Adresse lautet:
Via San Vittore, 21
20123 Milano MI, Italien

Museo Civico di Storia Naturale di Milano

Ein weiteres Museum, welches wir besucht haben, war das städtische Naturkundemuseum. Bei diesem Museum sind wir nun nicht in Begeisterungsstürme ausgebrochen. Es war alles ein wenig angestaubt und die Exponate waren teilweise kaputt, schlecht präpariert oder einfach nur merkwürdig. Ich weiß noch, beim Anblick der ausgestopften Affen fing mein großer Sohn an, Tränen zu lachen. Die Komposition mancher Exponate war recht seltsam. Es ist das älteste, städtische Museum der Stadt und das merkt man (leider). Die Infotafeln waren nur auf italienisch.
Falls ihr euch selbst vom leicht morbiden Charme der Exponate im Museum überzeugen wollt, hier die Adresse:

Corso Venezia, 55,
20121 Milano

Giardini Pubblici Indro Montanelli

Hinter dem Museum liegt ein schöner Park mit einem Spielplatz, einem kleinen See und diversen Statuen. Perfekt für eine kleine Pause im Grünen. Hier konnten wir Polizeipferde streicheln, Enten im Teich beobachten und einfach nur die Sonne genießen. Wenn man möchte, gibt es einen Verleih für kleine Fahrzeuge, mit denen die Kinder dann rumfahren können und ab und zu ist auch ein Karussell vor Ort. Zum Naturkundemuseum gehört auch noch ein Planetarium, welches auch im Park liegt. Dies haben wir aber nicht besucht. Wir haben den Park gleich zweimal besucht, denn grüne Flächen, die nicht überlaufen waren und schöne Spielplätze waren irgendwie Mangelware. Hier konnten die Kinder in Ruhe toben und klettern.

Mailänder Dom und Galleria Vittorio Emanuele II

Der Dom gilt ja eigentlich als Standardpunkt eines Mailandbesuchs. Aber als ich erstens die Preise und zweitens die Menschenmassen gesehen habe, sagten wir einfach mal „Nein danke!“. Wir haben uns den Dom von außen angeschaut und die beeindruckende Fassade und die Piazza del Duomo bewundert.
Danach schlenderten wir durch die Galleria Vittorio Emanuele II. Die Einkaufspassage liegt direkt neben dem Dom und ist durch einen Triumphbogen zu betreten. Die Architektur ist sehr schön und die große Glaskuppel ist beeindruckend. Wir betrieben ein wenig Window Shopping, schauten uns die Restaurantpreise an und beschlossen, uns etwas anderes zu suchen 🙂 Als Fazit können wir sagen, wir waren mal da! Vielleicht schauen wir uns den Dom bei einem erneuten Besuch auch von Innen an, aber mit Kleinkindern haben wir davon Abstand genommen.
Da der Dombesuch in Venedig schon ein kleiner Reinfall war, wollten wir diese Erfahrung nicht wiederholen. Motzende Aufpasser, die auf absolute Stille bedacht sind, sind halt nicht kompatibel mit Kindern, die Fragen haben.
Wir ließen die Piazza nun hinter uns und steuerten eine Tramstation an…

Rundfahrt mit der Tram No. 1

Es gibt die teuren Hop On/Hop off Busse. Aber meistens gibt es auch eine Bus- oder Straßenbahn, die alle Hotspots einer Stadt abfährt. In Berlin ist es die Buslinie 100, in Lissabon die Tramlinie 28 und in Mailand ist es die Tramlinie 1. Da wir eh Tageskarten für den Nahverkehr hatten, konnten wir diese Stadtrundfahrt genießen. In einer alten, gelben Straßenbahn, noch original mit Holzbänken und Laternen im Innenraum fuhren wir kreuz und quer durch Mailand, vorbei an der Scala, dem Castello Sforzesco und durch die Via Montenapoleone. Die Wagen der Straßenbahn sind von der gleichen Bauart wie die berühmte gelbe Straßenbahn in San Fransisco, die man aus Filmen kennt. Die Mailänder Firma ATM, die diese Wagen produzierte hat nämlich elf ihrer Wagen nach San Fransisco verkauft.
Wer gerne gemütlich eine Stadt erkundet und auch noch gerne Bahn fährt, hat mit der Linie 1 den Jackpot. Unsere Kinder fanden das Knattern, Wackeln und das Herumfahren super.

Pizza, Pizza Baby!

Natürlich wollten wir auch einmal richtig schön Pizza essen gehen in Mailand. Unsere Wahl fiel auf das Restaurant Pizza AM. Und was soll ich sagen? Es war der absolute Hit. Es ist ein kleines, buntes, chaotisches Restaurant, wo der Chef einen per Handschlag begrüßt und es erstmal ein Glas Sekt und kleine Pizzastücke zur Begrüßung gibt. Die Wände sind in Popart gestaltet, man sitzt an langen Tischreihen und es ist sehr eng. Der Chef kam auf die grandiose Idee, jedem unserer Kinder einen bemalten Ballon mit Stiel in die Hand zu drücken, nun ja, die Sitznachbarn hatten dann auch noch was davon 🙂 Es war nicht möglich, diese NICHT zu treffen mit den Ballons. Wir bestellten drei Pizzen nach Art des Chefs. Da ist immer was anderes drauf, wie der Inhaber gerade so Lust hat. Es wurden dann auch drei verschiedene Pizzen, hauchdünner Teig, schön kross und sehr lecker. Bezahlt wird direkt vorne am Tresen und wenn man Trinkgeld gibt, läutet ein sehr lauter Gong, damit auch wirklich jeder mitbekommt, dass es Trinkgeld gab. Also wenn ihr keine Berührungsängste habt und euch ein enger Gastraum nicht abschreckt, dann geht unbedingt da hin. Kinder sind mehr als willkommen und die Pizza ist total lecker.

Das waren unsere Tage in Mailand in Kurzfassung. Ich hoffe, ihr könnt für euch ein paar schöne Tipps mitnehmen. Die Stadt ist wirklich schön und ich denke, wir werden sie noch einmal besuchen. Alleine wegen der Pizza 🙂